Vergiftungen bei Tieren

Hinter vielen plötzlich auftretenden Erkrankungen vermuten Tierbesitzer oft Vergiftungen. Das sich Tiere aber tatsächlich vergiftet haben kommt zum Glück aber selten vor. Bedroht von einer Vergiftung sind vorallendingen junge Tiere die in ihren Spieltrieb meist noch alles Anknappern müssen. Ältere wissen meist instinktiv was ihnen schadet und was nicht.

Eine Vergiftung muß auch nicht immer todlich verlaufen oder schwere organische Schäden nach sich ziehen. Der Verlauf ist vielmehr - fast immer - abhängig von der Art, Menge und Konzentration des aufgenommenen Giftes. Es gibt hauptsächlich drei Möglichkeiten über die Tiere Giftstoffe aufnehmen können:
  • über den Hautkontakt
  • durch Verschlucken/Fressen
  • und über die Atemwege
Man unterscheidet zwischen akuten und chronischen Vergiftungen. Bei der akuten Vergiftung gelangen die giftigen Stoffe in großen Mengen schnell in den Körper. Symptome wie z. B. Durchfall oder Erbrechen treten dann recht schnell und heftig auf. Wenn es sich hierbei und ein starkes Gift handelt enden diese Vergiftungen nicht selten mit den Tot des Tieres.

Bei einer chronische Vergiftung werden dagegen die giftigen Substanzen immer wieder und über eine längere Zeit anufgenommen. Diese Vergiftungen können durch Fütterungsfehlern (viel Salz) aber auch durch Schimmelpilze (Sporen) ausgelöst werden.

Grundsätzlich empfiehlt es sich bei allen Vergiftung - selbst wenn nur der Verdacht besteht - einen Tierarzt zu kontaktieren. Er wird Sie dann über mögliche Erste Hilfe Maßnahmen in Einzelfall informieren. Folgende allgemeine Dinge können/müssen Sie aber in jedenfall bei einer Vergiftung unternehmen:
  • Bewahren Sie Ruhe - damit sich das Tier nicht aufregt
  • Vermeiden Sie das sich das Tier weiter vergiften kann
  • Bei Hautverunreinigung (Kontaktgifte) waschen Sie das Tier mit lauwarmen Wasser ab
  • bei Vergiftungen mit Chemikalen geben Sie dem Tier reichlich frisches Wasser ein. Vorausgesetzt das Tier ist noch bei vollen Bewusstsein ist.
  • verabreichen Sie Tierkohle
  • Erbrechen herbeiführen - Hierzu gibt es verschiedene Ansichten ob das Sinn oder Unsinn ist -
Der Tierarzt benötigt folgende Informationen für eine schnell Hilfe:
  • Beschreibung des Giftes (z. B. Arzneimittelbeipackzettel)
  • Eine Probe das Giftes (z. B. Pfanzenteile)
  • möglist genauen Giftaufnahmezeitpunkt
  • Wieviel Gift wurde aufgenommen.
  • Stellen Sie Erbrochenes sicher, damit ein Vergiftungsnachweis geführt werden kann
Benötigen Sie noch mehr Informationen, wenden Sie sich an die Giftnotrufzentralen. Für Sachsen zuständig ist der Giftnotruf Erfurt das gemeinsame Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in Erfurt. Sie erreichen den Notruf telefonisch unter 03 61/73 07 30 oder Sie nutzen das Onlineangebot unter www.ggiz-erfurt.de

Wenn Sie nur eine Vergiftung vermuten, da Sie eine Giftaufnahme nicht gesehen haben, ist es schwierig an Hand der Symptome auf eine Vergiftung bzw. auf den Stoff der die Vegiftung verursacht hat zu schließen. Vergiftungssymptome sind leider meist recht unspezifisch (z. B. Appetitlosigkeit). Es ist daher extrem wichtig die Quelle der Vergiftung zu finden. Bei "Wohnungshaltung von Tieren" ist das recht einfach da man ja weiß wo mögliche Vergiftungsquellen (die es hoffentlich nur Ganz wenig gibt) stehen. In der "Freien Wildbahn" ist das verständlicherweise ungleich schwerer.

Symptome die bei Vergiftungen auftreten sind in einer Vielzahl der Fälle Störungen in der Verdauung. Vorallen wenn es urplötzlich zu Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall kommt, ist meist eine Vergiftung im Spiel. Diesen Vergiftungsanzeichen folgen bzw. gehen einher mit Atem-, Kreislauf- und/oder Bewegungstörungen bis hin zu Lähmungen, Schock und/oder Bewusstlosigkeit.

Jede Vergiftungen kann durch die verschiedensten Giftquellen ausgelöst werden. Diese Gefahrenquellen werden in die drei Hauptgruppen Chemikalen, giftige Pflanzen und giftige Tiere unterteilt. Wobei zumindest in unseren Breiten eine Vergiftung die durch Gifttiere ausgelöst wird recht selten ist. In weitern stelle ich die einzelen Giftgruppen etwas genauer vor:
Chemische Giftstoffe
Vergiftungen die auf den Kontakt oder die Aufnahme von chemischen Substanzen zurückzuführen sind treten am häufigsten auf. Diese sind zu meist schwerwiegend und führen nicht selten zum Tod der Tiere. Die Gesamtgruppe der Chemischen Stoffe kann man wiederrum in mehrere verschiedene Stoffklassen unterteilen:

  • Insektenvertilgungsmittel
  • Schneckenvertilgungsmittel
  • Nagetierbekämpfungsmittel
  • Unkrautbekämpfungsmittel
  • Pilzbekämpfungsmittel
  • Düngemittel
  • Übergangs- und Schwermetalle
  • Technisch-berufliche Stoffe, Gase
  • Futter- und Futterzusatzmittel
  • Arzneimittel
  • Putz- und Reinigungsmittel


Eine Haushaltsgifte und Ihre Wirkung sehen Sie hier.

Die gefährlichste Stoffklasse für Tiere sind ohne Frage die Nagerbekämpfungsmittel. Die in diesen Präperaten enthalten Stoffe besitzen eine sehr hoch Toxis gegenüber Säugetiere - sie sollen ja schließlich Nagetiere toten!!! Aber genau darin liegt das Problem, denn fast alle Haustiere (bis auf Vögel und Exoten) sind auch Säugetiere und auf Diese wirkt das Gift genau so tötlich wenn es aufgenommen wird!!! Als verantwortungsbewußter Tierfreund verzichten Sie am besten auf diese Mittel. Wenn es doch nicht anders gehen sollt dann gehen Sie bitte äußerst sorgfaltig damit um.

Auch die übrigen "Schadlingsbekämpfungsmittel" - wer bestimmt eigentlich das manche Tiere und Pfanzen schädlich für die Natur sind - sowie Düngemittel stellen ein große Gefahr für Tiere dar. Diese Stoffe lagen sich an bzw. in Pflanzen ab und sorgen so für zu Teil heftige Vergiftungen. Auch auf Diese sollten Sie daher so weit wie möglich verzichten.

Zugenommen haben auch Vergiftungen mit Arznei-, Putz- oder Reinigungsmitteln bei Tieren. Das liegt in den meisten Fällen an einen fahrlässigen Umgang mit diesen Mitteln. Bewahren Sie daher diese Erzeugnisse möglichst sicher und unzugänglich für Tiere auf.

Chronische Vergiftungen bilden sich meist durch Schwermetalle (Blei) bzw. unverträglicher Futterzusatzmittel aus. Eine einmalige Aufnahme solcher Stoffe löst in der Regel noch keine Vergiftung aus. Aber werden solche Stoffe über einen längern Zeitraum aufgenommen lösen diese dann chronische Vergiftungen in/an Inneren Oragnen wie Leber und Nieren aus. Diese Vergiftungen sind dann nicht mehr rückgängig zu machen und für zu einer dauerhaften,sehr oft fortschreiten Erkrankung die nicht selten mit dem Tod es Tieres ändert.
Giftige Pflanzen
Vergiftungen durch Pflanzen nehmen mehr und mehr zu. Ein Hauptgrund ist das in unserer mordernen Welt immer mehr exotische Pflanzen in unsere Wohnungen und Gärten Einzug halten. Diese Pflanzen stellen eine ungewohnte Gefahrenquelle für Tiere dar, da sie diese nicht kennen und sie deshalb auf ihrer Genissbarkeit überprüfen.

Ein weiter Grund liegt im besseren Umwelt- und Naturschutz. Ja, Sie haben richtig gelesen. Durch den Schutz der Natur können sich wieder mehr und mehr Pfanzenarten ansiedeln. Was natürlich sehr erfreulich und wünschenswert ist. Aber unter diesen Pflanzen gibt es natürlich auch solche die giftig für unser Tiere sind und diese verbreiten sich natürlich auch weiter. Somit steig das Risiko einer Pflanzenvergiftung für Tier an.

In der Regel kann man die Stärke eines Pflanzengiftes nur sehr schwer einschätzen. Die Wirkstoffe unterliegen einer beachtlichen Schwankung. Der Giftgehalt ist von der Jahreszeit, dem Standort, dem Nahrungsangebot und noch vielen andern Faktoren abhängig. Was sich allerdings sagen läßt ist das es in allen Pflanzengruppen bzw. -familien giftige Arten gibt. Ihre Giftigkeit geht von sehr gering bis tödlich.

Eine Aufstellung von giftigen Pfanzen finden Sie wenn Sie hier klicken.
Giftige Tiere
Wenn ein Tier Kontakt mit giftigen Tieren hat, so kann es wenn es z. B. gebissen wird, sich ebenfalls Vergiftungen zu ziehen. Hierfür kommen in Großen und Ganzen nur folgende drei Tiergattungen in Frage Amphibien, Giftschlagen und Insekten (Bienen, Wespen, Spinnen,...). Dabei ist die Häufigkeit von Vergiftungen durch Amphibien und Schlangen von Land zu Land ja sogar von Landstrich zu Landstrich unterschiedlich hoch.

Vergiftungen die durch Insekten ausgelöst werden, treten überall auf der Welt etwa gleich häufig auf. In unseren Breiten kommen hierfür in der Hauptsache die Tierfamilien der Bieren, Wespen und Bremsen in Frage. Obwohl man allen drei Tierfamilien ein Stechwütigkeit nachsagt, kann man dies eigentlich (wenn überhaupt) nur von der Familie der Bremsen behaupten. Bienen und Wespen stechen in der Regel nur dann zu, wenn sie sich bedroht fühlen.

Oft handelt es ich nach eine Insektenstich nicht um eine Vergiftung, vielmehr kommt es, wie beim Menschen auch, zu allergischen Reaktionen. Gefährlich sind natürlich immer Stiche im Mund-Rachen-Raum.

Vergiftungen durch Schlangen und Amphibien kommen auf Grund der geringen Anzahl der giftigen Vertreter dieser Tierfamilien in unseren Breiten eher selten vor. In anderen Länder sieht dies natürlich anders aus.